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Was ist die Thanatopraktische Behandlung?

Unter Thanatopraxie-Behandlung versteht man die Gesamtheit der Techniken, die zur Konservierung und der würdevollen Präsentation eines/r Verstorbenen einschließlich der somatischen Behandlung (körperlichen Behandlung) angewandt werden.
Der Begriff Thanatopraxie entstand aus der Zusammenfügung vom griechischen Totengott – „Thanatos“ und „Praxis“ - Vorgehensweise und wurde im Jahr 1968 von Jaques Marett in Paris kreiert.

Ziele der Thanatopraxie

(Kurzzeit-Konservierung oder Modern Embalming) dient der inneren und äußeren Desinfektion eines/r Verstorbenen.

  • Verzögerung des natürlichen Verwesungsprozesses
  • Erleichterung der Hygiene und Vermeidung von schlechten Gerüchen
  • Kosmetischer Effekt, natürlicher und friedlicher Gesichtsausdruck
  • Der/die Verstorbene kann nach der äußeren somatischen Behandlung
    eingekleidet, ggf.   geschminkt und die Haare gestylt in den Sarg eingebettet und würdevoll präsentiert werden.
  • Die Thanatopraxie ermöglicht eine würdevolle und kosmetisch einwandfreie offene Aufbahrung zur Abschiednahme durch die Angehörigen und ist eine große Hilfe bei der Trauerbewältigung.
  • Die Thanatopraxie ist die zwingende Grundlage zu rekonstruktiven Arbeiten nach Unfällen


Verfahren der Thanatopraxie

In einer Art Dialyseverfahren wird die Körperflüssigkeit mit einer 1,5 - 2 %igen Formaldehyd-Lösung über das natürliche Gefäßsystem ausgetauscht und entstandene Körpergase werden abgesaugt.
Das Verfahren der Thanatopraxie bewirkt

  • dass sich das tote Körpergewebe wieder festigt und durch Zugabe eines roten Farbstoffes ein natürlicher Teint sich ausbildet
  • Feinste Blutgerinsel, welche sich in den Kapillaren der sichtbaren Bereichen wie Kopf, Hals und Fingerkuppen angesiedelt haben, werden während der Thanatopraktischen Behandlung so gut wie komplett ausgespült. Die meisten schwarz-blauen Flecken am Hals,Kopf, an den Ohren, im   Gesicht, in den Finger- und Fußnägeln verschwinden ganz oder werden rosafarbig, so dass ein Schreckensbild bei der Verabschiedung durch die Angehörigen am geöffneten Sarg nicht mehr gegeben ist.


Thanatopraxie und Rekonstruktion bei verunfallten Verstorbenen

Wie schon erwähnt, bildet die Thanatopraxie die zwingende Voraussetzung als Grundlage von Wiederherstellungsarbeiten und zur Abnahme von Totenmasken (Gesicht, Hände und Füße).


Die vorgeschriebene Thanatopraxie dient

  • zur Übergehung der gesetzlichen Beisetzungsfristen innerhalb von 96 Stunden nach Eintritt des Todes
  • nach den internationalen Beförderungsbedingungen zur Auslandsüberführung, durch das Einführungsland oder Flug- und Bahngesellschaft.

Einfuhrländer mit zwingender Konservierungsvorschrift, bei denen wir als Bestattungen   Gommel, von Botschaften und/oder Konsulaten anerkannt, für Sie tätig werden können, sind:

Ägypten, Albanien, Argentinien, Australien, Bangladesch, Barbados, Benin, Bolivien, Brasilien,   Bulgarien, Canada, Chile, China, Costa-Rica, Cuba, Dominikanische Repuplik, El Salvador,   Ghana, Griechenland, Großbritannien, Guatemala, Honduras, Indien, Indonesien, Irak, Iran,     Island, Israel, Japan, Jordanien, Kolumbien, Libanon, Liberia, Libyen, Malaisia ( außer Moslem ),   Malediven, Maurituis, Mexico, Mongolei, Neuseeland, Nicaragua, Pakistan, Panama, Paraguay,   Peru, Phillippinen, Puerto-Rico, Rumänien, Russland, Saudiarabien, Sri Lanka, Südafrika,   Syrien, Taiwan, USA, Ungarn, Uruguay, Venezuela, Vietnam und Zypern

Die Thanatopraxie und Religionen

  • Die christliche Religion erlaubt ein Embalming
  • Die jüdische Religion erlaubt ein Embalming nur zur Rückführung nach Israel
  • Der Islam verbietet diese Praxis - Ausnahme bei Rückführung in eines der vorgenannten  Länder bei denen die Thanatopraxie zwingend zur Einführungsbestimmung zählt.

Die Thanatopraxie und Krankheiten

Bei folgenden Krankheiten ist die Thanatopraktische Behandlung untersagt:

  • Milzbrand*, Cholera*, virale hämorrhagische Fieber*, Pocken und andere Orthopoxvirosen*,   Pest*
    *= Krankheiten mit Sonderbehandlung - Einlegen in hermetisch verschlossenen Sarg mit   Gasfiltersystem, sofort nach dem Ableben bei Todesfall zu Hause und vor dem Verlassen der   Einrichtung bei Todesfall in einer medizinischen Einrichtung. Der Sarg wird sofort endgültig verschlossen!
  • Virusbedingte Hepatitis, Creuzfeld-Jakob-Krankheit, Tollwut, AIDS, jeder ernste septische Zustand nach Anweisung des behandelnden Arztes.

Der Erlass vom 20. Juli 1998 setzt die Liste von ansteckenden Krankheiten fest, die zu einem Verbot derjenigen somatischen Maßnahmen führen.
Diese sind festgehalten im Dekret Nr. 76-435 vom 18.5.1976 in Abänderung des Dekrets vom 31.12.1941.

Quellenangabe:  http://www.afif.asso.fr/deutsch/d_thantopraxie.htm